Abkanten — Blechteile präzise in Form bringen
Wir kanten Bleche bis 10 mm Materialstärke und 4.000 mm Länge mit einer Toleranz von ±0,1 mm. Dafür stehen vier Trumpf-Abkantpressen und eine RAS-Schwenkbiegemaschine bereit — je nach Bauteilgröße und Geometrie wählen wir die passende Anlage. Verarbeitet werden Stahl, Edelstahl, Aluminium und Kupfer.
Fünf Maschinen für unterschiedliche Aufgaben
Abkanten ist kein einheitlicher Vorgang. Ein kleines Winkelblech stellt völlig andere Anforderungen als eine vier Meter lange Abdeckung. Deshalb betreiben wir fünf Anlagen mit unterschiedlichen Profilen:
Trumpf TruBend 7036 — die schnelle Maschine für kleine bis mittelgroße Teile. Hohe Taktzahl bei Serienteilen, kurze Rüstzeiten.
Trumpf TruBend 1100 Serie — der Allrounder. Deckt ein breites Spektrum ab und ist unsere Standardwahl für Bauteile mittlerer Größe und Komplexität.
Trumpf TruBend V200 Serie — die Kraftmaschine für dicke Bleche und große, schwere Werkstücke, bei denen Presskraft und Stabilität entscheiden.
RAS-Schwenkbiegemaschine — die schonende Alternative. Beim Schwenkbiegen wird das Blech geklemmt und die Biegewange schwenkt nach oben, statt das Material in ein Gesenk zu drücken. Das schont die Oberfläche und ist bei langen, komplexen Werkstücken sowie bei empfindlichen oder beschichteten Oberflächen die bessere Wahl.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Max. Materialstärke | 10 mm |
| Max. Biegelänge | 4.000 mm |
| Toleranz | ±0,1 mm |
| Materialien | Stahl, Edelstahl, Aluminium, Kupfer |
Unsere Kanttechnik im Einsatz
Warum Zuschnitt und Kanten zusammengehören
Ein häufiger Fehler bei getrennter Beauftragung: Der Zuschnitt wird auf Fertigmaß gerechnet, ohne die Streckung beim Biegen zu berücksichtigen. Das Ergebnis ist ein Bauteil, das nach dem Kanten ein paar Zehntel daneben liegt — und niemand ist zuständig, weil beide Betriebe „nach Zeichnung“ gearbeitet haben.
Weil bei uns Laserzuschnitt und Abkanten im selben Haus liegen, rechnen wir die Biegezugabe direkt in den Zuschnitt ein und berücksichtigen den Werkstoff-K-Faktor. Fällt uns dabei auf, dass ein Biegeradius zu klein für das Material ist oder eine Bohrung zu nah an der Biegekante sitzt, melden wir uns vorher — nicht, wenn der erste Ausschuss da ist.
Typische Biegeteile
- Gehäuse und Abdeckungen
- Winkel, Konsolen und Halterungen
- Kantenschutz und Abkantprofile
- Schaltschrankbauteile
- Verkleidungen für Maschinen und Anlagen
- Sonderanfertigungen im Metallbau
Häufige Fragen zum Abkanten
Welche Materialstärken und Längen können Sie abkanten?
Wir kanten Bleche bis 10 mm Materialstärke und bis 4.000 mm Länge. Die maximal mögliche Stärke hängt zusätzlich von der Biegelänge und vom Werkstoff ab: Je länger die Kante und je fester das Material, desto höher die erforderliche Presskraft.
Wie präzise ist das Abkanten?
Wir erreichen Toleranzen von ±0,1 mm. Bei sehr langen Bauteilen und bei Werkstoffen mit starker Rückfederung — etwa hochfesten Stählen oder Aluminium — kann die erreichbare Genauigkeit abweichen. In solchen Fällen ermitteln wir die Zugabe über ein Musterteil.
Welche Materialien können abgekantet werden?
Wir kanten Stahl, Edelstahl, Aluminium und Kupfer. Jeder Werkstoff verhält sich beim Biegen anders: Aluminium federt stärker zurück, Edelstahl benötigt höhere Presskräfte, und beschichtete Bleche verlangen ein schonendes Verfahren wie das Schwenkbiegen.
Was ist der Unterschied zwischen Gesenkbiegen und Schwenkbiegen?
Beim Gesenkbiegen drückt ein Oberwerkzeug das Blech in ein V-förmiges Gesenk. Beim Schwenkbiegen wird das Blech geklemmt und eine Wange schwenkt nach oben. Das Schwenkbiegen ist schonender für die Oberfläche und eignet sich besser für lange Werkstücke und beschichtete Bleche.
Können Sie auch nur abkanten, ohne den Zuschnitt zu machen?
Ja, wir kanten auch angelieferte Zuschnitte. Wirtschaftlicher ist meist die Kombination, weil wir dann die Biegezugabe direkt im Zuschnitt berücksichtigen und Maßabweichungen zwischen Zuschnitt und Biegung vermeiden.
Was passiert bei Nacharbeit oder Anpassungen?
Nachbearbeitungen setzen wir im eigenen Haus um. Da Schweißen, Schleifen und Montage am selben Standort liegen, lassen sich Anpassungen kurzfristig einsteuern, ohne dass das Bauteil den Betrieb verlässt.
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